ein paar generelle Fragen

Alles rund um unsere einheimischen und benachbarten Schneckenarten.

ein paar generelle Fragen

Beitragvon mähschaf am 16.08.2010, 14:23

Ich hab seit einigen Wochen ein Weinbergschneckchen.
Gefunden mitten auf einer vielbefahrenen Fernverkehrsstrasse auf dem Weg ins KH
Keine Zeit zum lange Nachdenken und mitgenommen.
Völlig untypisch für unsere Region, hab hier noch nie gesehen.

1. Was für eine Art ist das? (leider etwas unscharf)

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2. Hab ich hier einiges über Winterschlaf gelesen.
Wie funktioniert das, und was mach ich in der Hinsicht mit den Jungtieren ( ca.1-2 Wochen alt)
Ist die Winterruhe zwingend nötig?

4 verlinkte Bilder gefunden.

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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon XXSternXX am 16.08.2010, 14:57

Hi!

Das ist eine normale Helix pomatia mit einem sehr ausgebleichtem Gehäuse :-D

Lg

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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon mähschaf am 16.08.2010, 14:58

Danke, da bn ich schon mal einen Schritt weiter.
Frau Helix pennt grad auf meinem Schreibtisch.

Kann mir jemand den Rest noch beantworten?
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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon vinbergssnäcka am 16.08.2010, 15:53

Hallo Michi,

da hast Du aber ein schönes Exemplar.....vermutlich schon Uroma...hehe

Also wenn Du die Möglichkeit hast einen Winterschlaf durchzuführen, würde ich auf jedenfall dazu raten. Die kleinen können auch schon in den Winterschlaf, eventuell kannst Du sie etwas später schicken, das ist in der Natur auch so, die kleinen gehen später als die grossen.

Sehr kleine habe ich letzten Winter mit den Cornus in den Winterschlaf geschickt nicht soooo lange, und nicht so kalt (aber kurzzeitig doch bloss 2 grad)

liebe grüsse...auch von "Deinen" Nackies, von denen ich gestern einen ausserhalb der Terras aufgelesen habe :roll: wie auch immer der da rauskam....
liebe Grüße

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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon René 2 am 16.08.2010, 15:55

Ja, der Winterschlaf ist notwendig! Meine Schnecken sind einmal nicht eingeschlafen, weil es zu warm war. Im nächsten Frühling starben dann die meisten... :cry:

Willst du sie denn behalten oder wieder aussetzen, weil sie ja unter Schutz stehen?

Die Jungtiere müsstest du eigentlich wieder raussetzen... Ob sie das aber überleben, ist die andere Frage.

EDIT: Etwas spät! Ich hoffe, ich konnte trotzdem helfen.
LG
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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon mähschaf am 16.08.2010, 16:02

Ich denk raussetzen ist verboten?


Bleibt eigentlich nur behalten.

Brauch ich nur paar Tipps, wie ich das bewerkstellige.
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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon vinbergssnäcka am 16.08.2010, 16:06

Hast Du die Jungtiere denn gefunden? Dann ist das ja kein Problem sie in der Nähe (sicher) wieder auszusetzen. Das Problem ist ja eigentlich nur mit den im Terra geschlüpften Tieren.....die sollte man vielleicht nicht aussetzen...
liebe Grüße

Heike
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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon René 2 am 16.08.2010, 16:10

Um mich zu berichtigen :oops: : Ich nahm jetzt an, dass du die Jungterie zusammen mit der Weinbergschnecke gefunden hat. Wenn sie jetzt im Terrarium geschlüpft sind, solltest du sie besser nicht aussetzen!
LG
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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon mähschaf am 16.08.2010, 16:15

Gefunden nur Mapa.
Eier und Babys hier in Gefangenschaft.
Aber wohl in Freiheit "produziert", weil ich hatte nur diese eine.
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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon XXSternXX am 16.08.2010, 16:47

Hiho!

Ich würde an deiner Stelle allesamt wieder raussetzen, am besten jetzt in den nächsten Tagen, damit sie sich winterfertig machen können.
Ansonsten - für unsere Helix pomatia ist ein Winterschlaf notwendig - ja!

Ich hatte deine untenstehenden Fragen übersehen - sorry!

LG

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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon mähschaf am 16.08.2010, 16:55

Nee, hab sie jetzt mehrere Wochen hier und ich mag sie einfach.
Ehrlich gesagt, möcht ich sie nicht wieder aussetzen.
LG von Michi und ihren Nackedeis

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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon Andreas75 am 19.08.2010, 14:00

Hallo!

Eine Frage ^^: Wisst Ihr alle, dass man im Terra geschlüpfte Weinberger nicht wieder aussetzen soll, oder mutmasst Ihr das nur, oder sagt Ihr das nur, weil Ihr es mal gelesen habt?

Ich wüsste nämlich sehr gerne, was das Problem dabei ist, die wieder laufen zu lassen...
Wir haben es Mitte/ Ende August, das ist noch reichlich Zeit für die Schnecken, zu fressen und sich winterfertig zu machen, und nur davon, dass sie in einem Terrarium schlüpften, sind nicht mit einem Schlag Hunderttausende Jahre Evolution und jegliche Anpassungsfähigkeit aufgehoben ;).

Grüße, Andreas
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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon Birte am 19.08.2010, 14:24

Die rechtliche Grundlage kann man in der Bundesartenschutzverordnung nachlesen,
HIER.

Ich persönlich würde es auch so nicht machen, da ich mir vorstellen kann, was das Aussetzen von gezüchteten Tieren z.b. in kleinen Populationen ausrichten könnte. Das muss es natürlich nicht und im Allgemeinen wird es wohl auch keinen Einfluss haben, aber unter ungünstigen Umständen und Zufällen kann es das eben schon. Das ist mir Grund genug.

Außerdem würde ich in einem öffentlichem Forum niemandem dazu raten, ein Gesetz zu missachten ;) Was jeder selbst daraus macht, ist nocheinmal etwas anderes.
LG, Birte
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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon D.D.T am 22.08.2010, 22:15

So, nun schreib ich mal wie ich zu meinen Helix Pomatia gekommen bin (gilt für Schleswig Holstein)

Ich habe zuersteinmal herausgefunden, wen ich fragen muss, um eine offizielle Erlaubnis zum halten und vor allem zum entnehmen der Weinbergschnecken aus der Natur zu erhalten. Nachdem ich also quer durch Kiel radelte, (Rathaus, Amtstierärztin) bekam ich eine Telefonnummer die mich zum "Landesamt für Landwirtschaft, Natur und Umwelt" brachte. Dort sprach ich dann mit dem zuständigen Mitarbeiter. Dem schilderte ich mein Anliegen und stellte einige Fragen: Entnahme von Helix aus der Natur, Abgabe von Nachzuchten an weitere Interessierte ohne Gewinn, Entlassen der Nachzuchten in die Natur, etc...

Lustig war, dass ich ja so an 5-6 Schnecken dachte und er zuerst an die hundertfache Zahl.

Dann erklärte er mir, dass die eigentlichen Absichten, die sich auf das "entlassen" der Nachzuchten in die freie Natur beziehen, eher auf "wirklich" seltene und bedrohte Arten Anzuwenden seien. Die Greifvögel beispielsweise. Helix Pomatia kommt hier oben doch recht häufig vor und ist, jedenfalls im Gebiet östlich von Kiel, stark vertreten (-> nicht wirklich vom aussterben bedroht) Ein Aussetzen der in Gefangenschaft geschlüpften Tiere der ersten Generation (also aus der Natur entnommenen) sehe er nicht als Problem.

Ich kann also allen Interressierten raten sich einfach mal an die entsprechende Behörde zu wenden. Im Endeffekt schickt man denen dann ein Fax, bekommt ein entsprechendes Antwortschreiben und hat dann eine schriftliche Bestätigung das man alles richtig macht ;-)


Achja, der Handlungsspielraum der Behörde:

BArtSchV - Bundesartenschutzverordnung

§17
"Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können nach § 2 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2, § 4 Abs. 3, § 6 Abs. 1 Satz 4, § 7 Abs. 3 Satz 2 und § 14 Abs. 1 Satz 2 unter den jeweils genannten Voraussetzungen Ausnahmen auch allgemein zulassen."

§2
(2) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann Ausnahmen von § 44 Absatz 1 Nummer 1 und 3 und Absatz 2 des Bundesnaturschutzgesetzes für Weinbergschnecken (Helix pomatia) mit einem Gehäusedurchmesser von mindestens 30 Millimeter zulassen, soweit die Vorgaben der Artikel 14 und 16 Abs. 1 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) (ABl. L 206 vom 22.7.1992, S. 7), die zuletzt durch die Richtlinie 2006/105/EG (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 368) geändert worden ist, nicht entgegenstehen.
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Re: ein paar generelle Fragen

Beitragvon Trochoidea am 24.08.2010, 13:43

Ich kann nur das widerholen, was ich schon ein paarmal geschrieben habe. Das Naturschutzgesetz wurde nicht deswegen erlassen, um seltene Tiere zu schützen, sondern um den Umgang mit nützliche oder wirtschaftlich bedeutsame Arten zu regeln. Deshalb sind die ganzen wirklich seltenen Arten auch alle nicht geschützt, sondern nur die Weinbergschnecke, die als einzige einheimisch Art wirtschaftlich bedeutsam ist. (z.B. wurden von der DDR noch größere Mengen gegen Westgeld exportiert.)
Das Gesetzes richtet sich also gar nicht, gegen die Entnahme von Einzeltieren, sondern eigentlich gegen das großangelegte Sammeln. Deswegen glaube ich auch nicht, dass es irgendjemand wirklich Stress macht. Selbstverständlich ist und bleibt es ne Ordnungswidrigkeit oder ne Straftat, aber das ist Fahrradfahren auf dem Bürgersteig oder Rauchen auf der Diskotoilette auch.

Ich hab ein paarmal versucht ne Sammelgenehmigung für Schnecken zu kriegen. Meist wussten die zuständigen Behörden nicht das Weinbergschnecken geschützt sind und was sie machen sollten. Nach viele Wochen hab ich dann nen Bescheid gekriegt, dass ich bis zu 50 (!) Tiere entnehmen darf.

Ich kann das ganze Herumgereite auf dem Naturschutzgesetz nicht mehr hören. Jeden Tag werden Tausende (Weinberg-)Schnecken durch Rasenmäher, Schneckenkorn oder die Schaufel der Nachbarin getötet und die betreffenden Personen werden von niemanden angezeigt und zu nix verurteilt. Wenn jetzt jemand ein paar Schnecken aus Tierliebe aufnimmt, wird wahrscheinlich das gleiche passieren: NIX!
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