So ihr Lieben, heute gibt es mal etwas schwierigere Nachrichten aus dem Gehege.
Diese elendige Glut-Hitze macht mittlerweile richtige Probleme.
Nachdem auch die Nächte hier nicht mehr unter 22 Grad gehen, schwitzen wir uns alle zu Tode.
Ich halte das Gehege im Dauerschatten und versuche von außen zu kühlen, wo es nur geht. Aber ab nachmittags um vier gibt es kein Halten mehr - die 32 Grad werden einfach geknackt - im Garten wie im Gehege.
Das einzig Positive ist: Fast alle Schneckis kommen scheinbar relativ gut zurecht. Am frühen Vormittag suchen sie sich alle ihre Plätze, pappen sich dort an und halten den Tag einfach aus. Am Abend kommen alle schön langsam und unversehrt aus ihren Verstecken gekrochen und machen sich mit Genuss über das Buffet her.....
Nur einer macht Sorgen - Beamy..... Er hat mich gestern Abend mächtig erschreckt....
Er hatte sich vorgestern an den dicken Ast im Gehege gepappt und sich bis gestern Abend nicht mehr gerührt... Aber gestern sah er irgendwie komisch aus. Er hatte zwar seine "Schutzhaut", aber darunter war der Mantel ganz extrem wulstig aufgequollen.
Vor lauter Sorge, dass er auf dem Ast austrocknet oder kollabiert, habe ich ihn schweren Herzens vorsichtig abgelöst (ich weiß, eigentlich soll man sie in Ruhe lassen, aber die Angst war einfach zu groß). Ich habe ihn auf´s Moos gesetzt, damit er langsam zu sich kommen kann, allerdings lag er Stunden später noch unverändert...
Die Mantelschwellung ist in der Zeit zurückgegangen, aber jetzt hing der Fuß (das Schwänzchen) wirklich komisch raus.... Auch wenn es vielleicht nicht richtig war habe ich etwas Wasser in einen Deckel gefüllt, Beamy rein und....... 5 Minuten später kehrt endlich Leben in das Schneckchen zurück...
Ich habe fast einen Herzinfarkt bekommen. Danach war er quietschfidel und hat auch gut gefressen. Gott sei Dank
Heute Morgen hat er sich einen eigentlich guten Platz für den Tag gesucht.... Schön an der Unterseite einer angelehnten Rinde - da konnte ich wenigstens immer mal schauen, wie es ihm geht. Und das war gut - am frühen Nachmittag quillt der Mantel prompt wieder heftig auf..... Bei allen anderen, egal ob Helix in den verschiedenen Entwicklungsstadien oder auch den Bänderschnecken, zeigen sich überhaupt keine Probleme dieser Art.
So hängt Beamys liebster Kuschelfreund seit gestern ohne jegliche Schwellung
Dann war´s mir egal: Rindenstück mit Beamy vorsichtig raus aus dem Gehege und ab ins wieder neu vorbereitete Penthouse. Nachdem auch unsere Wohnung eher an einen Backofen erinnert, war der nächste Weg der Box direkt in den kühlen Keller..... Dort steht er jetzt bei knapp 20 Grad und die Schwellung ist endlich zurückgegangen.
Er hat den Nachmittag tief und fest verschlafen und nun macht er eine Erkundungsrunde durch die Box.
Ich denke, die nächsten schlimmen Hitzetage wird der Gute da unten im kühlen Exil bleiben.
Ich habe mich den Nachmittag über intensiv nach Infos gesucht (unter anderem habe ich mit der KI diskutiert) und komme nun für mich zu dem Schluss: Ein solch großer Gehäuseschaden kann zwar stabil geflickt werden, aber die Struktur bleibt einfach narbig und poröser. Und somit glaube ich auch, dass die richtige Klimaregulierung und Isolation im Schneckenhaus bei Extremtemperaturen einfach nicht mehr so rund läuft wie bei einer unverletzten Helix. Er ist nun leider ein absoluter Sensibelchen-Patient bei Hitze.
Wie seht Ihr das?