Ich hab mal noch was für euch! Ich konnte im Juni filmen, wie eine Helix lucorum sich eingräbt. Da war die Nachzucht ja noch in der Box und ich konnte es direkt am Rand der Box filmen. Ich wollte dann die Videos schneiden und besser zusammenfügen und so weiter, aber bis das passiert, seht ihr es nie.

Also poste ich jetzt einfach die Videos, wie ich sie aufgenommen habe. Sorry für die Qualität und dass man über weite Strecken einfach gar nichts sieht. In der Realität sind es vom ersten Video bis zum letzten 20 Minuten gewesen und die Schnecke hat sich halt nur alle halbe Minute bis Minute mal bewegt.
Ich war inspiriert von einem Post von Rasplutin, wo er beschreibt, wie Helix pomatia sich eingraben, um sich zu verdeckeln.
Rasplutin hat geschrieben:
Ein Video vom Eingraben habe ich leider nicht.
Ich versuche mal zu beschreiben, wie sich Helix pomatia für den Winterschlaf einbuddeln:
Die Schnecke sucht eine geeignete Stelle und gräbt mit dem Kopfbereich ein Loch. Die Erde wird mit dem Fuss zum Schwanzende transportiert und dort angehäuft.
Wenn das Loch etwa so tief ist wie die ausgefahrene Schnecke lang ist und auch die Breite stimmt, kriecht die Schnecke in das Loch und dreht sich und das Haus um, Öffnung nach oben.
Der Weichkörper ist über dem Haus.
Nun schaufelt sie mit ihrem Kopf die aufgeschüttete Erde in das Loch rein und auf sich rauf, bis sie komplett bedeckt ist.
Dann zieht sie sich in ihr Haus zurück und sondert einen feinen Kalkschaum ab.
Der Schaum verhärtet zum Winterdeckel.
So machen es Helix pomatia und es ist erstaunlich, wie gut sie graben können. In weniger als einer halben Stunde ist die Aktion abgeschlossen und die Schnecke "wie vom Erdboden verschwunden".
Die Helix lucorum gehen ganz anders vor: Sie wedeln mit ihrem Gehäuse die Erde nach rechts und links beiseite. Durch die asymmetrische Gehäuseform wird dabei links eine Erdschicht hochgedrückt, die sich dann langsam über die Schnecke schiebt und sie bedeckt. Ich vermute auch, dass das die Schicht ist, auf der die Schnecke am Anfang mit dem Fuß hockt, sodass sie fester zusammenklebt, und sie mit dem Fuß erst mal nachhilft, dass sich diese Schicht dort bildet.
Oh, und was man dabei leider nicht mitbekommt, ist, dass sie bei jeder Bewegung quietscht, wie als würde irgendwo Luft aus dem Gehäuse gedrückt werden.
Der Anfang: Erst mal eine Lücke finden zwischen Karotte und Pak Choi:
https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/xSYDPWmAjJ32jBRSchnecke bohrt sich tiefer - man sieht links schon den Anfang der Erdschicht, die sich immer weiter nach oben schiebt:
https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/QX4mTZXyN94K45mHier ist noch deutlicher zu sehen, wie sich durch das Wedeln links die Schicht hochschiebt:
https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/eDBFJTtHsfSPtaHHier bedeckt die Erdschicht die Schnecke schon zum guten Teil:
https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/T8rLjdiJ93HzTaMSchnecke presst sich immer tiefer und zieht mit der Gehäusebewegung die Erde quasi wie eine Decke auf sich:
https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/FbSnYoTA7LCTFecSchnecke schon fast bedeckt:
https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/8GEaAS9SJy7RNNNUnd auf die Weise graben sie sich dann noch ein ganzes Stück in die Erde, dass sie 1-2 Zentimeter Erde über sich haben und nicht mehr zu sehen sind. Alles, was man sieht, ist, dass, die Erde dort lockerer aussieht als drum herum.
Allerdings hat das bei dieser Schnecke hier nicht geklappt, offensichtlich war doch zu wenig Platz, um sich tiefer einzugraben. Sie hat sich dann wieder ausgegraben und an die Wand gepappt.