Zimmerservice bei mercury

Hier könnt ihr Fotos von euren Schnecken posten. Außerdem: Wer hält welche Arten?

Re: Zimmerservice bei mercury

Beitragvon Rasplutin am 20.08.2026, 20:41

Interessant, die beiden Helixe so nebeneinander zu sehen!
Meinst du die beiden waren so zurückhaltend, weil sie die jeweils andere Schnecke "irritiert" hat, oder lag es an den Begleitumständen (Rausnehmen und so...)?
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Re: Zimmerservice bei mercury

Beitragvon mercury am 21.08.2026, 06:23

Ich denke, es lag an den Umständen. Ich musste ja warten, bis es (für meine Verhältnisse ;) ) recht spät war, damit die Schnecken aktiv sind. Da ist es in ihrer Ecke vom Wohnzimmer schon relativ dunkel. Und dann werden sie plötzlich mitsamt Untergrund ins helle Licht gezerrt. Das hat dann bei der H. lucorum erst mal den Instinkt getriggert, sich irgendwo zu verkriechen, bis sie sich wieder entspannt und weiter gefressen hat.
Die H. pomatia ist zudem überhaupt nichts gewöhnt, weil ich sie wirklich so weit wie möglich in Ruhe lasse. Sie soll ja wieder raus. Das war jetzt vielleicht das zweite oder dritte Mal, dass sie von mir bewegt wurde und jedes Mal hat sie sich erst nach einer Weile vorsichtig mal rausgetraut. Die allermeiste Zeit ist sie in einem Pflanztopf oder tief im Laub vergraben, wenn ich das Futter austausche oder putze, sodass ich sie gar nicht sehe. Ich weiß allerdings nicht, ob sie so scheu ist wegen ihrer Geschichte (jemand muss wohl halb auf sie getreten sein, was ihr den Wachstumsrand abgesplittert hat, danach hat die Nachbarin sie in der Not in eine Hundetüte getan und zu mir gebracht, inklusive restlicher Hundetour und Autofahrt) oder ob das einfach normal ist. Da kennst du dich ja auf jeden Fall besser aus. :)
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Re: Zimmerservice bei mercury

Beitragvon Yara am 21.08.2026, 13:03

Oh die Arme, es freut mich, dass sie sich davon zumindest körperlich ganz gut erholt hat.
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Re: Zimmerservice bei mercury

Beitragvon mercury am 21.08.2026, 19:19

Ja, da bin ich auch froh! Das Einzige, was sie behalten hat, ist diese Naht, wo beim Weiterwachsen offensichtlich irgendwie beides nicht mehr richtig verbunden werden konnte. Also, es ist schon fest geworden und wird ihr nichts tun, aber es ist interessant, dass sie da quasi das Gehäuse in zwei Hälften weitergebaut hat. Tapferes Schneck.


Ich hatte noch ganz vergessen zu sagen: Die Helix lucorum hat eine Gehäusegröße von 4,2 cm. Die Helix pomatia ist entsprechend auch ähnlich groß.
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Re: Zimmerservice bei mercury

Beitragvon mercury am 08.09.2026, 10:31

Ich hab mal noch was für euch! Ich konnte im Juni filmen, wie eine Helix lucorum sich eingräbt. Da war die Nachzucht ja noch in der Box und ich konnte es direkt am Rand der Box filmen. Ich wollte dann die Videos schneiden und besser zusammenfügen und so weiter, aber bis das passiert, seht ihr es nie. :| O:) Also poste ich jetzt einfach die Videos, wie ich sie aufgenommen habe. Sorry für die Qualität und dass man über weite Strecken einfach gar nichts sieht. In der Realität sind es vom ersten Video bis zum letzten 20 Minuten gewesen und die Schnecke hat sich halt nur alle halbe Minute bis Minute mal bewegt.

Ich war inspiriert von einem Post von Rasplutin, wo er beschreibt, wie Helix pomatia sich eingraben, um sich zu verdeckeln.

Rasplutin hat geschrieben:
Ein Video vom Eingraben habe ich leider nicht.
Ich versuche mal zu beschreiben, wie sich Helix pomatia für den Winterschlaf einbuddeln:

Die Schnecke sucht eine geeignete Stelle und gräbt mit dem Kopfbereich ein Loch. Die Erde wird mit dem Fuss zum Schwanzende transportiert und dort angehäuft.
Wenn das Loch etwa so tief ist wie die ausgefahrene Schnecke lang ist und auch die Breite stimmt, kriecht die Schnecke in das Loch und dreht sich und das Haus um, Öffnung nach oben.
Der Weichkörper ist über dem Haus.
Nun schaufelt sie mit ihrem Kopf die aufgeschüttete Erde in das Loch rein und auf sich rauf, bis sie komplett bedeckt ist.
Dann zieht sie sich in ihr Haus zurück und sondert einen feinen Kalkschaum ab.
Der Schaum verhärtet zum Winterdeckel.

So machen es Helix pomatia und es ist erstaunlich, wie gut sie graben können. In weniger als einer halben Stunde ist die Aktion abgeschlossen und die Schnecke "wie vom Erdboden verschwunden".


Die Helix lucorum gehen ganz anders vor: Sie wedeln mit ihrem Gehäuse die Erde nach rechts und links beiseite. Durch die asymmetrische Gehäuseform wird dabei links eine Erdschicht hochgedrückt, die sich dann langsam über die Schnecke schiebt und sie bedeckt. Ich vermute auch, dass das die Schicht ist, auf der die Schnecke am Anfang mit dem Fuß hockt, sodass sie fester zusammenklebt, und sie mit dem Fuß erst mal nachhilft, dass sich diese Schicht dort bildet.
Oh, und was man dabei leider nicht mitbekommt, ist, dass sie bei jeder Bewegung quietscht, wie als würde irgendwo Luft aus dem Gehäuse gedrückt werden.

Der Anfang: Erst mal eine Lücke finden zwischen Karotte und Pak Choi:

https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/xSYDPWmAjJ32jBR

Schnecke bohrt sich tiefer - man sieht links schon den Anfang der Erdschicht, die sich immer weiter nach oben schiebt:

https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/QX4mTZXyN94K45m

Hier ist noch deutlicher zu sehen, wie sich durch das Wedeln links die Schicht hochschiebt:

https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/eDBFJTtHsfSPtaH

Hier bedeckt die Erdschicht die Schnecke schon zum guten Teil:

https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/T8rLjdiJ93HzTaM

Schnecke presst sich immer tiefer und zieht mit der Gehäusebewegung die Erde quasi wie eine Decke auf sich:

https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/FbSnYoTA7LCTFec

Schnecke schon fast bedeckt:

https://cloud.zugvogel-ottajasko.de/index.php/s/8GEaAS9SJy7RNNN

Und auf die Weise graben sie sich dann noch ein ganzes Stück in die Erde, dass sie 1-2 Zentimeter Erde über sich haben und nicht mehr zu sehen sind. Alles, was man sieht, ist, dass, die Erde dort lockerer aussieht als drum herum.
Allerdings hat das bei dieser Schnecke hier nicht geklappt, offensichtlich war doch zu wenig Platz, um sich tiefer einzugraben. Sie hat sich dann wieder ausgegraben und an die Wand gepappt.

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