von Ryk am 27.01.2015, 14:20
Hallo zusammen !
nachdem ich die jüngsten Beiträge gelesen habe, muss ich doch noch einmal auf das Thema Inzucht näher eingehen
Unter dem Begriff Inzucht versteht man allgemein die Paarung relativ naher Blutsverwandter, d.h. in der Tier- und Pflanzenzucht speziell die Kreuzung möglichst naher Verwandter, um genetisch reinerbige Inzuchtlinien zu erhalten.
Tatsache aber ist, dass bei den meisten Tierarten Inzest oder Inzucht dadurch vermieden wird, indem Nachkommen sich zerstreuen bzw. von den Eltern nicht mehr geduldet werden, oder indem die jungen Männchen oder die jungen Weibchen die Gruppe verlassen, so kommt es zur Trennung der Geschwister, was man als Exogamie bezeichnet.
Bei den Schnecken ist die Situation bekanntlich insofern anders, als sie ja durchwegs Zwitter sind, wobei hier die Situation wieder etwas anders ist. Wie ich oben in meinem Beitrag (oben) schon erwähnte, treten auch in einer Weinbergschneckenzuchtanlage keine nachweisbare Zwitter auf, weil die Schleimspur jeder Schnecke die für sie typischen (Duft-)Moleküle enthält, wodurch sich die anderen Schnecken von dieser Spur absondern.
Was nun die Vererbung betrifft, so hatte bekanntlich der böhmische Pater Gregor Mendel noch vor Darwins Hauptwerk "Entstehung der Arten . . ", also vor über 160 Jahren, mit seinen Erbsenversuchen im Klostergarten die Grundlagen geschaffen, die wir heute als die "Drei Mendel'schen Gesetze" kennen. Aber das ist wieder ein anderes Thema, denn in der Biologie bedeutet Vererbung die direkte Übertragung der Eigenschaften von Lebewesen auf ihre Nachkommen, soweit die Informationen zur Ausprägung dieser Eigenschaften genetisch festgelegt sind. Das Ganze kennt man in der Wissenschaft unter dem Begriff Genetik. Ein anderer Begriff daraus dürfte mittlerweilen unter der Abkürzung DNA bekannt sein.
carpe diem
Ryk
EdiT: Der guten Ordnung wegen sei hier ergänzend noch beigefügt: Während die meisten Vorderkiemenschnecken getrennt gescchlechtlich sind, sind jedoch sowohl die meereslebenden Hinterkiemer, als auch die Land und Süsswasser bewohnenden Lungenschnecken Zwitter (= Hermaphroditen). - Eine weitere Ausnahmen stellen die altertümlichen Napfschnecken dar, indem hier die Befruchtung äusserlich stattfindet.