Mein "Habitat2" Technik im Dienst der Entschleunigung

Alles rund um unsere einheimischen und benachbarten Schneckenarten.

Mein "Habitat2" Technik im Dienst der Entschleunigung

Beitragvon captain am 28.04.2026, 07:23

Nach zehn Monaten Planung und Bauzeit ist das neue Zuhause „Habitat 2“ nun fast fertig – und alles scheint genau zur richtigen Zeit zusammenzukommen.
Die Pflanzen haben sich vollständig etabliert und bilden inzwischen ein stabiles, lebendiges Gleichgewicht.
Heute gab es dann auch den ersten schönen Moment: Zwei meiner vier Schnecken (Helix pomatia) sind nach sieben Monaten Winterschlaf wieder aufgewacht und haben begonnen, ihre neue Umgebung zu erkunden.
„Habitat 2“ ist als vollständig selbstregulierende Biosphäre konzipiert, die ihre Umweltparameter eigenständig im Blick behält.
Gemessen werden CO₂, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtintensität sowie die Bodenfeuchtigkeit in vier getrennten Zonen.
Auf Basis dieser Werte steuert ein integriertes Hydrauliksystem gezielt die Bewässerung – jede Zone kann individuell versorgt werden, je nachdem, was gerade benötigt wird.
Auch der Tagesablauf ist möglichst naturnah gestaltet: Am frühen Morgen bildet sich vor dem „Sonnenaufgang“ ein feiner Nebel.
Anschließend wird das Licht über etwa zwei Stunden langsam hochgefahren, bis es Tageslichtniveau erreicht.
Am Abend läuft der Prozess in umgekehrter Richtung – ein sanfter Sonnenuntergang über rund zweieinhalb Stunden sorgt für einen ruhigen Übergang in die Nacht.
Für die Luftzirkulation sorgen zwei PWM-gesteuerte und tachoüberwachte Noctua-Silent-Lüfter.
Sie regeln den CO₂-Gehalt innerhalb der Biosphäre zuverlässig und laufen dabei praktisch geräuschlos sowie vibrationsfrei.
Die Frischluft strömt über indirekte, mit Insektenschutz versehene Luftkanäle ein.
Gleichzeitig sind die Lüfter in das Notfallsystem eingebunden und können bei Bedarf entsprechend reagieren.
Die Pflanzen übernehmen mehrere Aufgaben zugleich: Einige liefern Nahrung und tragen zur Luftfeuchtigkeit bei, andere sorgen für die Sauerstoffproduktion.
Unterstützt wird das Ganze durch die „Bodenpolizei“ – afrikanische Asseln und Springschwänze, die seit rund drei Monaten aktiv im Substrat arbeiten und dort für ein gesundes Gleichgewicht sorgen.
Versuchsweise habe ich Klee ausgesät – und der kommt bei einer der gerade erwachten Schnecken erstaunlich gut an.
Sie sitzt förmlich darin, schläft darauf und scheint ihr kleines Polster kaum noch verlassen zu wollen.
Man könnte fast sagen, sie ist regelrecht verliebt in diesen Klee.
Was der Klee selbst davon hält, bleibt allerdings offen.
Im Hintergrund laufen zudem vier Sicherheitsprotokolle, umgesetzt in etwa 1500 Zeilen eingebettetem C++-Code, die im Notfall eingreifen können.
Alle Daten und Abläufe lassen sich bequem über einen interaktiven Bildschirm verfolgen, sodass jederzeit ein Überblick über das gesamte System möglich ist.
Jetzt, wo die ersten Bewohner wieder aktiv sind, bleibt vor allem die Hoffnung, dass sich alles so entwickelt, wie gedacht – und dass meine kleinen Freunde in ihrem neuen Zuhause genau das finden, was es sein soll: ein kleines Paradies.
Ein paar Bilder habe ich ebenfalls angehängt, die einen kleinen Einblick in das Habitat geben.[code][/code]
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Re: Mein "Habitat2" Technik im Dienst der Entschleunigung

Beitragvon Yara am 28.04.2026, 11:47

Sehr abgefahren. Es sieht auf jeden Fall sehr gemütlich da drin aus :)
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Re: Mein "Habitat2" Technik im Dienst der Entschleunigung

Beitragvon sternchen am 28.04.2026, 11:57

Wow, ich bin Megabeindruckt!!! :thumb: :thumb:
Das nennt man mal durchdacht und richtig gut umgesetzt 8D

10 Monate um das von null auf die Straße zu bringen, mit all den Hürden, die sich im Laufe der Entwicklung und Programmierung sIch so ergeben, ist meiner Meinung nach ein guter Schnitt :lol: (Bei mir würde es auf alle Fälle am Coden scheitern)

Ich glaube, Deine Schneckis werden sich wie die Könige im Paradies fühlen :lol: :lol:
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