Hallo an alle!
Finde ich nett, daß ihr euch erkundigt. War die letzten Tage wieder hier, brauchte aber erst ein neues Paßwort...
Also erstmal zu Frida, der Schnecke mit dem zertrümmerten Häuschen. Ich habe letzten Sommer/Herbst lange nach einer geeigneten Stelle gesucht, es sollte in der Nähe des Fundortes sein, aber perfekt - als ich glaubte, ich hätte soetwas gefunden, gab es bereits die ersten Kälteeinbrüche. Hab bei meiner schlauen Planung vergessen, daß in der Eifel die Temperaturen gerade in der Übergangszeit gerne 10 Grad tiefer als hier in Köln sind und ich wollte das arme Tier nicht bei frostigen Nachttemperaturen irgendwo in der Walachei aussetzen. Also hab ich Frida und Halbmarie in ihrem Schneckarium draußen an die Temperaturen gewöhnt, immer mit Blick auf Thermometer außerhalb und innerhalb des Schneckariums und peniblen Lesen der Wetterberichte

. Frida war ab Mitte Oktober nicht mehr zu sehen. Halbmarie schneckte bis Anfang November noch durch die Gegend. In der ersten Novemberwoche, im Schneckarium waren es (geschützte) 0 Grad in der Nacht, aber Temperaturen deutlich unter 0 Grad vorhergesagt, hab ich beide in meinen Kühlschrank "umgetopft". Hierzu hatte ich allerfeinste Maulwurfshügelerde aus der Eifel (gesiebt, ohne Maulwurf) in mein Gemüsefach gefüllt und vorgekühlt. Bei identischen Temperaturen hab ich Frida vorsichtig ausgegraben (sautief unter einer Pflanze im Schneckarium, hab ne halbe Stunde gesucht) und direkt ohne großes Erwärmen in 10 cm Tiefe in der Maulwurfshügelerde wieder versenkt. Sie hatte ein wunderschönes Kalkdeckelchen. Halbmarie hab ich ebenfalls in den Kühlschrank gepackt, oben auf die Erde gelegt. Sie war noch nicht eingedeckelt, aber nicht mehr aktiv. Schön Blättchen verteilt, ein Kabelthermometer in die Erde verlegt und die ganze Geschichte in den Kühlschrank, anfangs Durchschnittstemperaturen um 5 Grad. Halbmarie war am nächsten Tag ebenfalls verdeckelt, lag aber noch oben auf der Erde (denke, die hätte sich gar nicht eingraben können mit dem halben Schwänzchen). Ich habe sie etwas flacher vergraben.
Dann kamen 5 Monate banges Warten. Die Temperaturen habe ich Richtung 0 Grad runtergeregelt. Schwankungen im Kühlschrank zwischen 0 und 4 Grad, in etwa an Durchschnittstemperaturen draußen angepaßt. Immer schön vorsichtig, wenn ich selbst was im Kühlschrank holte, damit die Schnecken nicht gestört werden.
Im März habe ich angefangen, die Temperaturen wieder sachte hochzufahren. Vor 10 Tagen waren sie zwei, drei Tage zwischen 8 bis 9 Grad. Sonntag vor einer Woche dann das Unglaubliche: Um 18 Uhr war noch Ruhe im Karton, um 23 Uhr hing Frida an der Scheibe des Gemüsefachs! Hab mich gefreut wie ein Schneekönig! Sie wirkte noch etwas müde, war sonst noch erstaunlich dick nach dem Winter. Die ersten Tage hat sie nur etwas an aufgeweichten Haferflocken genascht, die letzten Tage haut sie rein wie ein Scheunendrescher, am liebsten Löwenzahnblätter, meinen Vorrat auf dem Balkon hat sie schon leergefressen, mußte gestern Ersatz beischleppen

. War gestern in der Eifel, nach einer schönen Stelle gucken, hab im Gebüsch einige Wildschweine aufgescheucht

, ist aber noch zu kahl dort, um sie jetzt schon auszusetzen. Werde noch 10 Tage warten. Dann heißt es wohl Abschied nehmen... ist echt ein faszinierendes Tier.
Tja, nun Halbmarie. Damit sich beide Schnecken an die Temperatursteigerung über Kühlschranktemperatur gewöhnen können, hab ich den ganzen Kasten auf den Balkon gestellt (nachts, tagsüber kühle Ecke drinnen). Halbmarie ist noch verdeckelt, fühlt sich schwer an, riecht nicht. Hab sie erst noch in Ruhe gelassen und wieder etwas verbuddelt. Jetzt am WE war mir das doch etwas unheimlich - wenn sie gar nicht rauskann mit dem halben Schwänzchen? Hab sie mal vorsichtig durchleuchtet. Man sieht eine Luftkammer hinter dem Deckel und dann die Schnecke, ca. 1,5 cm vom Deckel entfernt. Sieht nicht aus, als ob sie tot wäre. Hat anscheinend noch keine Lust rauszukommen.
Was meint ihr? Aufbrechen den Deckel will/werd ich nicht, höchstens wenn ich beim Durchleuchten sehe, daß die Schneck direkt dahinter festhängt.
Bin diesbezüglich etwas ratlos.
Liebe Grüße,
Roland
Anbei noch die erste Schnirkelschnecke des Jahres - fand sie so schön

Von Frida poste ich die Tage noch neue Fotos.