Ich würde jetzt auch nicht behaupten wollen, dass man sich bei fulica weniger Mühe in der Haltung geben sollte. Meine fulica bekommen auch das Futter, die Temperatur und die Feuchtigkeit die sie mögen und sind ganz bestimmt keine "Kellerkinder" sondern ausgesprochen hübsch und groß.
Dennoch muss man wohl sagen, dass sich diese Art anscheinend auch unter weniger idealen Bedingungen vermehrt....und das leider auch in Massen. Und sie ist eben auch so häufig in Haltung, dass immer wieder Massen nachrücken.
Andere Arten legen auch viele Eier, nur hat sie eben nicht jeder, so dass sich das Problem meist nicht so bemerkbar macht.
Aber letzteres Anraten ist ja schon deswegen schwierig, weil die Fulica doch immer als "Anfängerschnecke" geahndet wird. Ich denke, deswegen holt man sich zumeist diese Sorte zu Beginn. Bei mir war das anfangs genau so.
Das ist natürlich so.....nur muss man sich eben fragen, ob man sie dann wirklich auch vermehren muss. Andere Haustiere hält man ja auch, ohne sie nachzuziehen.
Selbstverständlich gibt es da auch "versehentlich" vermehrte Tiere, aber nicht jeder der sich einen Hamster, Meerschweinchen, Wellensittiche oder Katzen als Haustier holt, wird gleich zum "Züchter". Bei Schnecken scheint das aber so zu sein, dabei wäre es, grade bei Arten die nicht grade lebendgebärend sind, doch ziemlich einfach, die Vermehrung zu kontrollieren.
Vielleicht müsste man auch bei Neueinsteigern, die sich hier informieren wollen, etwas eindringlicher darüber aufklären, dass die Nachzucht von fulica auch problematisch werden kann.
Grundsätzlich bin ich auch nicht der Meinung, dass man fulica garnicht mehr nachziehen sollte, ich denke nur, dass man sich etwas mehr Gedanken über seine Ziele machen sollte.
Bei fulica kann das Ziel ja nicht mehr sein, dass die Art der Terrarienhaltung erhalten bleiben soll, oder dass sie etwas mehr Verbreitung unter Haltern findet, ebensowenig, dass ein wirklicher Bedarf gedeckt werden sollte......es sei denn, man hat eine Futterschneckenzucht.
Da muss man dann schon etwas mehr überlegen, möchte man vielleicht besonders große Tiere, besonders dunkle, helle oder gestreifte Häuschen? Man müsste sich seine Gruppe mit mehr Mühe zusammenstellen......und vermutlich nicht aus 50ct-Tieren.
Man könnte, bevor man schlüpfen lässt fragen, ob Interesse besteht, aus einer bestimmten Gruppe Nachzuchten zu erhalten. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass die Nachzuchten auch werden wie die Elterntiere, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Chancen besser stehen, als bei Schnecken die aus irgendwie zusammengekauften Gruppen stammen.
Ich hab hier z.B. Nachzuchten von Wildfängen die in meinen Augen sehr schön gemustert sind, schön groß und, sofern meine Infos stimmen, wohl auch reinerbig dunkel. Für jemanden der diesen Typ mag, wären Nachzuchten bestimmt interessant. Trotzdem würde ich nicht auf gut Glück mal eben einiges großziehen, nur um dann später festzustellen, dass sie keiner haben will.