Bestimmung?

Du hast eine Schnecke gefunden/übernommen und weißt nicht, um welche Art es sich handelt? Hier wird Dir geholfen.

Bestimmung?

Beitragvon Soettl am 01.06.2026, 10:35

Hallo,

ich bin gerade mit dem Wohnmobil in der Provence unterwegs und übernachte auf verschiedenen Campingplätzen.

Auf einem Platz habe ich an einem kleinen Baum zahlreiche Schnecken entdeckt, etwa so groß wie Weinbergschnecken. Zunächst dachte ich, sie wären vertrocknet oder abgestorben, da sie regungslos am Stamm hingen. Nach einem Regenschauer wurden sie jedoch plötzlich aktiv und begannen umherzukriechen.

Kann mir jemand sagen, um welche Schneckenart es sich handelt? Google Lens meint, eine bestimmte Art erkannt zu haben, aber ich würde mich über eine Bestätigung von erfahrenen Schneckenfreunden freuen.

Interessant war auch, dass während beziehungsweise direkt nach dem Regen eine regelrechte Invasion dieser Schnecken aus der angrenzenden Hecke kam.

Ich freue mich auf eure Antworten.

Gruß aus der Provence
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Re: Bestimmung?

Beitragvon Rasplutin am 01.06.2026, 10:52

Hallo,

die Schnecke sieht aus wie eine "Helix lucorum" - was etwas ungewöhnlich ist, da, soweit ich weiss, die Provence nicht zum normalen Verbreitungsgebiet von Helix lucorum gehört.
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Re: Bestimmung?

Beitragvon Soettl am 01.06.2026, 11:05

Danke dir erstmal, ich warte noch auf paar Antworten.
Dann gebe ich bekannt was Google Lenz gesagt hat.
Gruß Soettl
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Re: Bestimmung?

Beitragvon sternchen am 01.06.2026, 11:10

München ist ja auch nicht der eigentliche Lebensraum, aber da habe ich letzten Herbst auch eine gefunden :mrgreen:
viewtopic.php?f=16&t=34049

Regen ist im allgemeinen absolutes "Schneckenwetter" :lol:
Egal welche Art, bei Regen kommen sie einfach alle rausgekrochen.
Sie brauchen viel Feuchtigkeit zum leben und sind immer der Gefahr durch Austrocknung ausgesetzt.
Außerdem ist bei Regen auf der nassen Oberfläche die Fortbewegung einfach leichter :-D
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Re: Bestimmung?

Beitragvon Soettl am 01.06.2026, 11:40

Ja das mit dem Regen ist schon klar, aber das sie nicht bei 32 Grad am Baum vertrocknet sind ist schon ein Wunder.
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Re: Bestimmung?

Beitragvon mercury am 01.06.2026, 11:42

8D Ja, die anderen haben es ja schon geschrieben, eine wunderschöne Helix lucorum!

Ich verfolge es ab und zu ein bisschen in französischen Medien - mit Helix lucorum (l'escargot turc) verhält es sich in manchen Gegenden ein bisschen wie bei uns mittlerweile mit Cornu aspersum. Sie sind in Südfrankreich in den Gärten wohl mittlerweile sehr häufig anzutreffen. Kann man z. B. auch hier sehen: https://biodivpaca-lpo.org/espece/199869.

Eine andere Seite sagt:

Introduit en 1883 dans les jardins proches de Lyon, il est resté longtemps cantonné dans ce secteur localisé. Désormais, il est signalé en Haute Provence, dans les Alpes, l’Ariège, l’Aude, le Cantal, le Vaucluse, la Charente maritime, la Côte d’Or et aujourd’hui les Hauts-de Seine.


Stellenweise gibt es wohl auch die typischen Sorgen, ob es hier zu einer Verdrängung von Helix pomatia und/oder Cornu aspersum kommen könnte, und Beschwerden über wahre Plagen, weil Helix lucorum deutlich größer ist als Helix pomatia (l'escargot de Bourgogne) und erst recht im Vergleich zu Cornu aspersum, aber ebenfalls in Scharen auftreten und ganze Gärten kahl fressen kann. Hier ist ein Beispiel (ist natürlich auf Französisch, aber mit deepl etc. ja einfach zu übersetzen): https://france3-regions.franceinfo.fr/bourgogne-franche-comte/cote-d-or/dijon/bourgogne-la-cote-d-or-victime-d-une-invasion-d-escargots-turcs-2157160.html

Edit: Ich hab bei weichtiere.at gefunden, was ich gesucht habe: Hier ist ein schon älterer Artikel (von 2010) zum Problem: https://www.ladepeche.fr/article/2010/08/12/887739-l-attaque-des-gasteropodes-geants.html Dort wird speziell darauf eingegangen, dass Helix lucorum in Südwestfrankreich bis zu 6 cm groß werden kann (während ich ja schon mal wissenschaftliche Studien verlinkt hatte, dass in der Türkei an verschiedenen Standorten "nur" um die 4 cm gemessen wurden).

Als Bruno Leroux, Vorsitzender des Verbandes „Aude Claire“, zum ersten Mal davon hörte, war das vor etwa zwanzig Jahren. „Damals war das noch sehr selten. Mir waren einige Fälle in Saint-Julia-de-Bec gemeldet worden. Die Schnecken haben sich im gesamten Haute-Vallée ausgebreitet, eher im unteren Teil, nicht in den Höhenlagen. Und seit vier, fünf Jahren sind sie tatsächlich sehr zahlreich und fest etabliert.“

Diese Art wurde in Zuchtbetrieben eingeführt, doch das Problem ist, dass sie entkommen ist und sich nun überall im Südwesten (Aude, Aveyron, Haute-Garonne…) munter ausbreitet und vermehrt. Helix lucorum ist das Paradebeispiel für eine invasive Art: „Das Problem ist, dass sie sich an die ökologische Nische der [Petit Gris = Cornu aspersum], der heimischen Art, anpasst.
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