Hallo Ihr erfahrenen Schnecken-Freunde,
ich brauche dringend Euren Rat wegen einer verletzten Weinbergschnecke mit doppeltem Gehäuseschaden: Leider bin ich gestern (Donnerstag) in meinem Garten auf eine Weinbergschnecke getreten, weil ich nach einem Schauer mit einem Tablett voller Pflanzen in den Händen den Hauptweg entlanggegangen bin und dadurch mein Blick auf den Weg versperrt war. Mir tut das furchtbar leid und könnte mich selber dafür verfluchen, dass ich das Risiko nicht auf dem Schirm hatte, denn mir sind die Tiere in meinem Garten sehr wichtig, vor allem die Gehäuseschnecken (Weinbergschnecken und Garten-Bänder-/Schnirkelschnecken).
Nun zu der armen Schnecke: Nachdem ich bemerkt habe, dass ich mit der Schuhkante auf etwas getreten war, ging ich nach dem Abstellen der Pflanzen natürlich sofort zurück - und fand eine noch nicht ganz ausgewachsene Weinbergschnecke, deren Gehäuse leider an zwei gegenüberliegenden Stellen sehr beschädigt war (an der Kante Mündung durch meinen Schuh und an der Unterseite durch Steine auf dem Weg). Ich hob sie vorsichtig auf und nahm sie in einer Plastedose mit nach Hause, wo ich ihr eine kleine Faunabox als Krankenstation eingerichtet habe mit feuchtem Küchenpapier als Untergrund (da keimärmer als Erde), einem Stück eines dickeren Birkenzweiges, Sepiaschale und etwas Grünfutter (Klee, Salat, Gurke, Brennesselblatt). Als Abdeckung habe ich eine Folie mit vielen feinen Löchern gewählt, da sie Luft hineinlässt, aber eine schnelle Austrocknung verhindert im Gegensatz zu dem eigentlichen Deckel der Box.
Hier ein paar Fotos:
Was mir große Sorgen bereitet, ist die relativ große Stelle an der Unterseite (ca. 2 x 1 cm), man kann dort das Herz schlagen sehen - meine große Betroffenheit könnt Ihr Euch sicher vorstellen… Die arme Schnecke klebt seit gestern entweder an der Folie oder an der oberen Wand und das wahrscheinlich deshalb, weil ihr Körper etwas aus dieser unteren Öffnung gedrückt wird, wenn sie richtig herum dasitzt, wie ich gestern leider feststellen musste. Sie zieht sich wahrscheinlich aus dem gleichen Grund auch nicht in ihr Gehäuse zurück, wie Schnecken das in der Situation tagsüber typischerweise machen, hat auch noch nichts gefressen. Der Körper selbst wirkt unverletzt, Flüssigkeit ist keine ausgetreten, nur vier „große Geschäfte“ hat sie schon gemacht, ein Würstchen kann man auf dem letzten Bild auch erkennen (oberhalb des Fußes). Das eine Geschäft war recht dünn, vielleicht vor Angst/Stress? Ich hatte gestern Nacht versucht, die Stelle an der Unterseite des Gehäuses mit einem kleinen Stück Frischhaltefolie abzudecken, und in der Situation hatte sie das dünnere Geschäft abgesondert. (Die kleinen Stückchen Klebestreifen, mit denen ich die Folie am Gehäuse befestigt hatte, haben leider nicht auf dem Gehäuse gehalten.) Immerhin scheint es so, als ob sich ein dünner Film auf der Stelle bildet, ich hoffe man kann den Unterschied zwischen den beiden ersten Fotos erkennen. Oder trocknet sie dort nur aus??
Der Gehäuseschaden an der Kante der Öffnung macht mir nicht ganz so große Sorgen, es waren ca. 5 mm, man erkennt ihn, wenn man den Linien der Rillen folgt (auf dem dritten Bild), ist aber halt nochmal zusätzlich eine zu reparierende Stelle.
Da ich immer wieder gelesen habe, dass Ruhe jetzt sehr wichtig, habe ich erstmal noch nichts weiter unternommen, als vorsichtig nach ihr zu schauen (zumeist ohne das Gefäß zu bewegen) - sie schaut mich dann auch immer an und ist wach… Heute Abend habe ich die Folie leicht zurückzuschlagen, um nochmals etwas Wasser auf Futter, Sepiaschale und Küchenpapier zu sprühen (auf die Schnecke selber natürlich nicht).
Meine Fragen sind konkret:
1. Wie beurteilt Ihr die beiden Schäden und somit die Überlebenschancen? (Ich will natürlich auf keinen Fall Leid verlängern.)
2. Was ist aus Eurer Sicht jetzt wichtig zu tun bzw. zu lassen, damit die Schnecke an dieser ungünstigen Stelle ihr Gehäuse reparieren kann?
3. Sollte ich nochmal versuchen, die Stelle abzudecken und wenn ja, mit was und wie genau?
4. Wie kann ich einerseits die Austrocknung verhindern und andererseits muss ja die neu gebildete Schicht aber auch trocknen - welche Luftfeuchtigkeit wäre gut? (kleines Hygrometer ist vorhanden)
5. Wenn Sie weiterhin dort oben festsitzt bzw. festhängt, kann sie nichts fressen, was aber gerade jetzt besonders wichtig wäre - speziell Sachen, durch die sie verstärkt Kalk aufnehmen kann (Sepiaschale, Gartenkalk-Brei o. ä.) - was kann ich da tun? Ich hatte eben noch die Idee, ihr ein paar größere Blätter unter das Gummi zu klemmen, das die Folie hält, damit sie trotzdem etwas fressen kann, wenn sie will, vielleicht auch noch mit Kalkbrei bestrichene Küchenpapier-Streifen - was haltet Ihr davon?
Ich bin sehr traurig wegen dieses Unglücks und hoffe Ihr könnt mir (und somit ihr) irgendwie weiterhelfen, denn ich komme durch meine Recherchen hier im Forum nicht weiter, habe gestern Nacht und auch heute nochmals viele Stunden gelesen, aber jeder Fall ist eben anders und die Zeit drängt.
Falls es jemanden gibt, der Erfahrungen mit der erfolgreichen Heilung ähnlicher Gehäuseschäden hat und der/die bereit wäre, die Schnecke aufzunehmen, könnte ich sie am Sonntag transportieren. (Ich bin in Nordwestmecklenburg, bis ca. 300 km Umkreis könnte ich schaffen hin und zurück zu fahren an einem Tag).
Morgen Nachmittag/Abend muss ich leider arbeiten, schaue aber vorher und gleich nach meiner Rückkehr nach Antworten.
Danke im Voraus für Euren Rat und Eure Hilfe!


